Sonntag, 23. August 2015

Arequipa - Die weisse Stadt

Mit dem sehr gemütlichen Nachtbus von Cruz del Sur habe selbst ich es geschafft eine halbwegs ruhige Nacht zu haben, auch wenn sich die Hälfte der Strecke ins auf 2600m gelegene Arequipa wie eine Schotterpiste angefühlt hat. Nur drei breite Schlafsessel pro Reihe, Abendessen nach Wahl, In-Seat-Entertaiment und Einchecken fast wie am Flughafen. Trotzdem blieb ordentlich Müdigkeit übrig, aber wir haben einen freien Tag in der Stadt.

Deren historisches Zentrum strahlt viel koloniale, südländische Atmosphäre aus, am Hauptplatz blüht den ganzen Tag das Leben und den von Erdbeben schiefen Springbrunnen. Die vielen Gebäude aus dem weißen Vulkan-Gestein der umgebenden drei Feuerberge gibt der Stadt einen entspannten Charakter - wenn der Verkehr nicht wäre... Hunderte Mini-Taxis und Busse verstopfen die Strassen mit ihren Abgasen - bei mir entwickelt sich binnen kürzester Zeit ein Husten sobald wir die Strassen entlang laufen. Es gibt es leider nur ein paar wenige ruhige Strassen, die wir dann suchen. Da wir sehr früh angekommen sind, wollen wir uns erstmal einen Platz zum Frühstück in einem ruhigen Park suchen, doch ein Park kostet Eintritt und hat heute geschlossen, zwei weitere öffentliche Parks sind abgeschlossen, Jugendliche haben sich über den hohen Zaun trotzdem Zutritt verschafft. Wir finden einen kleinen, grünen Platz neben einer Kirche.

Weiter geht unser Tag mit dem größten Kloster der Stadt, dem St. Catalina. Es wurde einst errichtet, in dem eine Mauer irgendwann im 16. Jahrhundert um ein ganzes Viertel gezogen wurde. Erst 1970 öffnete sich das Kloster der Öffentlichkeit, heute ist es ein Museum, die Zeit scheint wie eingefroren, die Nonnen haben auch im 20. Jahrhundert kaum Dinge aus der neuen Zeit angenommen. Die original erhaltenen Einrichtungen in den Zimmern und offenen Feuerküchen zeigen einen beeindruckenden Blick in die Vergangenheit. Doch in der Anfangszeit war das Kloster ein Luxuskloster, in dem sich die Töchter reicher spanischer Familien von den Bediensteten bedienen liessen. Einem Papst wurde das Spiel zu bunt, er schickte eine neue Äbtissin, die für einen demütigen Lebenswandel im Kloster sorgte.

Die Kathedrale am Plaza de Armas strahlt weiß und südländisch in der Sonne mit ihrer seltenen Turmanordnung an der Längsseite. Innen die hier häufigen lebensgroßen Puppen-Dioramen von Heiligen an Stelle von Gemälden.

Doch lang sollte unser Tag heute nicht werden, denn die nächste Nacht wird um drei Uhr enden, ein großer Ausflug zu den Kondoren im Colca-Canyon steht uns bevor...






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