Montag, 24. August 2015

Kami Saliki - Willkommen am Titicaca-See

Bereits gestern sind wir mit den Bus sechs Stunden weiter gefahren, über 300 Kilometer nach Nordosten in die Stadt Puno am Titicaca-See. Der liegt auf 3.800m Höhe, ist 165km lang und 60km breit.

Die Stadt selbst ist deutlich angenehmer als unser letzter Aufenthaltsort. Zumindest im Zentrum gibt es eine Fußgängerzone und drum herum auch deutlich weniger Verkehr. Ausserdem halten die Autos hier überraschend oft an, wenn man über die Strasse will. Und es gab zur Abwechslung mal leckere Pizza aus dem Holzkohleofen.

Mit dem Wetter haben wir die ersten zwei Tage hier Glück, es ist tagsüber deutlich wärmer als erwartet, locker T-Shirt-Wetter mit viel Sonne.

Doch wir wollen natürlich was vom See sehen, also ging es heute früh aufs Boot und 45min raus. Dort leben die Uro auf 78 schwimmenden Inseln aus dick aufgeschichtetem Reet. Sie begrüßen uns mit einem freundlichen Kami Saliki - wir antworten mit Walaki, das signalisiert in ihrer Sprache Aymara, dass wir uns freuen hier zu sein. Die ersten Schritte auf der schwimmenden Insel sind ungewohnt - der Boden ist angenehm weich und federt. Wenn man genau schaut, sieht man, wie sich alles leicht bewegt. Auf jeder Insel leben etwa fünf Familien, das Oberhaupt dieser Insel erklärt uns wie die Insel aufbaut ist, danach fahren wir mit einem Kontiki-Schilfboot ein Stück über den See, probieren das Hauptnahrungsmittel, das untere, essbare Ende des Schilfs. Die Insel ist beeindruckend, mehrere Hütten, ein Hühnerstall, ein kleiner Fischteich in der Mitte, eine Kochstelle auf Steinplatten. Bei so gutem Wetter könnte man glatt hier bleiben. Doch höchstens die drei Wintermonate bescheren dieses Wetter, danach kommen 7 Monate Regen und dann ein feuchter Sommer.

Natürlich gibt es auch echte Inseln im See, so unser nächstes Ziel Taquile, es ist fast 40km von Puno entfernt und wir sind damit gerade am Anfang vom Hauptsee. Hier leben die 2.500 Einheimischen seit Jahrhunderten in fester Tradition. Die Kleidung zeigt, wer verheiratet ist, wer gerade unglücklich ist, wer hier das Sagen hat. Signalisiert eine Frau mit den farbigen Puscheln an ihrem Schal Unzufriedenheit, so treffen sich die gewählten Ältesten der Insel mit der Familie und finden eine Lösung. Es gibt ein paar feste Regeln, antworten auf Entscheidungsfragen kann man nur mit ja oder nein oder einer klaren Aussage. Zur Begrüßung tauschen die Leute Koka-Blätter anstatt sich die Hand zu geben. Alle Einwohner ernähren sich mit Ausnahme von Fisch vegetarisch. Natürlich macht die restliche Welt vor dieser Oase nicht halt, zum Essen wird neben frisch aufgebrühtem Koka-Tee auch Cola und Sprite sowie die fies süsse Inka-Cola angeboten, aus manchen Fenstern hört man Pop-Musik im Radio.
Die Insel ist so bergig, dass wir es noch auf über 4.000m Höhe schaffen und uns mit Blick auf das blau glitzernde Wasser den frisch gefangenen Fisch schmecken lassen.

Die dreistündige Rückfahrt geniessen wir zur Hälfte auf dem Sonnendeck des Bootes und schauen auf die Landschaft, die an uns vorbei gleitet.













1 Kommentar:

  1. Die schwimmenden Inseln sind auch ein interessantes Wohnmodell für Hamburg...

    Weiterhin viel Spaß!

    LG Mike...

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