Wir machen uns heute auf den Weg, um morgen das legendäre Machu Picchu zu besuchen. Dazu müssen wir erstmal 80 Kilometer mit dem Minibus nach Olantaytambo, einem guten Zwischenhalt für einen Start in die Inkakultur. Die Reise mit dem Bus sollte 7 Euro pro Person kosten, aber was man am Ende beim Fahrer zahlt, weiß man nie so genau...
Nach 65km waren alle anderen Mitfahrer ausgestiegen, der Fahrer wollte nicht mehr weiter fahren, hat während der Fahrt einfach eines der vielen nicht lizenzierten Taxis rangewunken, uns da rein verfrachtet und sich noch für den Deal vom Taxifahrer bezahlen lassen. Uns schwante Böses, aber wir waren irgendwo in den Bergen auf einer Landstraße... Doch der Fahrer fuhr ordentlich, hat am Ende sogar weniger verlangt als wir ursprünglich eingeplant hatten. Der Minibus hatte uns nämlich auch schon überrascht: Es wurde nur die Anzahl der wirklich verfügbaren Plätze besetzt, unterwegs niemand zusätzlich eingeladen. Und der Fahrer war auch kein suizidaler Axtmörder, der sich ausserhalb der Grenzen der Physik sehen würde... Bisher läuft hier alles sehr flüssig ab, hab ich gar nicht so erwartet.
Die Landschaft unterwegs war übrigens sehr schön! In Olantaytambo nun besuchten wir eine alte Inka-Festung, in der sich die letzten Inka-Soldaten vor den Spaniern zurück zogen. Das ganze bei brennender Höhensonne forderte Lichtschutzfaktor 50. Viele Höhenmeter mussten wir in der Anlage über grob behauene Treppen zurück legen, doch der Blick auf die Anlage und die Berge rund herum mit weiteren Ruinen entschädigte.
Nach einem kleinen Snack am auch hier hübsch gestalteten Dorfplatz, vorbei am Kwik-E-Markt, ging es die wenigen Meter zum Bahnhof zu Fuss. Denn von hier reisten wir nun noch einmal fast zwei Stunden mit einem Panoramazug von Perurail in das fast isoliert liegende Aguas Calientes. Entlang einem reißenden Fluss ging es hinein in eine Landschaft, die sich immer mehr Richtung Amazonasurwald bewegt. Wärend die Hänge der Berge am Anfang noch fast kahl waren, standen am Ziel große Bäume mit verschiedenen Früchten und zusätzlich bewachsen mit schmarotzenden Kleinpflanzen bis hoch an die Gipfel der Berge.
Aguas Calientes ist der Basisort für jede Besichtigung der legendären und erst 1911 vom Forscher Bingham wiederentdeckten Inka-Tempel-Stadt Machu Picchu. Vor wenigen Jahren noch als dreckiges Übernachtungskaff verschrien, hat es sich heute in eine touristisch hübsch aufgearbeitete Siedlung verwandelt, die für die vielen Touristen, die meist nur eine oder zwei Nächte bleiben, eine kurzweilige aber kaum authentische Atmosphäre bietet.
Unser Hostel diese Nacht liegt direkt am “Bahnsteig“ für die Züge der Einheimischen... Hoffentlich fahren die nachts nicht, wir müssen um fünf Uhr früh raus...
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